Die EU-Kommission hat angekündigt, noch in diesem Jahr einen Gesetzesvorschlag zur Überarbeitung der EU-Tabakregeln vorzulegen. Seit dem 18. Mai 2026 läuft dazu eine öffentliche Konsultation – und die Vorschläge haben es in sich. Für Tabakeinzelhändler, Großhändler und Tankstellen könnten die Folgen gravierend sein.
Was die EU plant
Auf dem Tisch liegen Maßnahmen, die tief in das Produktsortiment eingreifen würden:
- „Gesichtslose" Einheitsverpackungen nach australischem Vorbild – keine Markenlogos, einheitliches Design
- Noch größere Warnhinweise auf den Verpackungen
- Verbote von Filterzigaretten und E-Zigaretten-Aromen
- Weitere Einschränkungen für rauchfreie Nikotinprodukte wie Pouches und Erhitzer
Kurz gesagt: Ein massiver Eingriff in das legale Produktangebot – und damit direkt in Umsatz und Ertrag des Handels.
Was das für Händler konkret bedeutet
Wer täglich mit diesen Produkten arbeitet, weiß: Neue Verbote entwerten das Sortiment, reduzieren die Kundenfrequenz und erhöhen den Bedienaufwand. Gleichzeitig profitieren illegale Anbieter – die sich weder an Alterskontrollen noch an Verbraucherschutzregeln halten.
Steffen Kahnt, Geschäftsführer des Handelsverband Tabak (BTWE), bringt es auf den Punkt:
„Immer neue Verbots- und Regulierungsvorschläge setzen den Handel massiv unter Druck. Wer legale Produkte aus dem Markt drängt, stärkt am Ende vor allem illegale Anbieter. Die Folgen tragen die Händler vor Ort – mit Umsatzeinbußen aufgrund eines boomenden Schwarzmarkts."
Der legale Handel ist Teil der Lösung: Er steht für Alterskontrolle, verantwortungsvolle Abgabe und Verbraucherschutz. Diese Rolle droht durch übermäßige Regulierung geschwächt zu werden.
Jetzt handeln: An der EU-Konsultation teilnehmen
Bis zum 15. Juni 2026 läuft die öffentliche Konsultation der EU-Kommission. Das ist die Möglichkeit, direkt aus der Praxis Stellung zu nehmen – und Brüssel zu zeigen, dass der Handel sich nicht einfach wegregulieren lässt.
Die Teilnahme dauert etwa 5 Minuten und ist in 6 einfachen Schritten möglich. Mitmachen können nicht nur Händlerinnen und Händler selbst, sondern auch Mitarbeitende, erwachsene Kundinnen und Kunden sowie Familie und Freunde.
Je mehr Stimmen aus der Praxis Brüssel erreichen, desto stärker das Signal.
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