Wenn du Tabak- oder Nikotinprodukte kaufst, wirst du es spätestens im Herbst an der Kasse merken: Die Bundesregierung plant, die Tabaksteuer in mehreren Schritten deutlich zu erhöhen. Die erste Stufe kommt bereits zum 1. Januar 2027 – und einem neuen Entwurf des Bundesfinanzministeriums (BMF) zufolge sollen die Erhöhungen bis 2030 weitergehen. Wir erklären, was sich ändert und was das konkret für dich bedeutet.
Was wird teurer – und um wie viel?
Die Steuererhöhung betrifft nahezu alle Tabak- und Nikotinprodukte:
Zigaretten: Zum 1. Januar 2027 steigt der feste Steueranteil pro Zigarette von 12,90 Cent auf 13,74 Cent. Ein durchschnittliches 20er-Päckchen dürfte damit auf rund 9,48 Euro klettern. Doch das ist erst der Anfang: Dem neuen BMF-Entwurf zufolge könnte der Preis bis 2030 auf bis zu 12 Euro steigen – das wäre ein Plus von rund vier Euro gegenüber heute.
Feinschnitt (Drehtabak): Das 30-Gramm-Päckchen verteuert sich zunächst auf schätzungsweise 7,76 Euro. Bis 2030 könnten es laut BMF-Entwurf sogar über 11 Euro sein – eine Steigerung von rund 4,50 Euro.
E-Zigaretten & Tabakerhitzer: Liquids und Produkte für Tabakerhitzer werden ebenfalls in die Steueranpassungen einbezogen. Konkrete Endpreise hängen vom jeweiligen Produkt ab.
Für Raucher mit durchschnittlichem Konsum bedeutet das laut Reemtsma Mehrkosten von mehreren hundert Euro jährlich.
Warum plant die Bundesregierung so drastische Erhöhungen?
Der Bund erhofft sich laut BMF-Entwurf über acht Milliarden Euro zusätzliche Steuereinnahmen bis 2030 – zur Gegenfinanzierung von Haushaltslücken. Dabei bricht die Koalition aus Sicht von Branchenexperten mit einem eigenen Versprechen: Im Koalitionsvertrag war noch eine planbare, maßvolle Weiterentwicklung des bestehenden Tabaksteuermodells angekündigt worden. Davon ist jetzt keine Rede mehr.
Warum warnen Experten vor einem Kollaps des legalen Marktes?
Die Tabakbranche schlägt Alarm. Christian Cordes, Director Corporate & Legal Affairs bei Reemtsma (dem zweitgrößten Tabakhersteller in Deutschland), fasst die Befürchtungen so zusammen:
„Was die Koalition da plant, setzt den bereits stark rückläufigen legalen Markt in Deutschland weiter erheblich unter Druck. Für Verbraucherinnen und Verbraucher heißt das ganz konkret: Die legale Packung wird hierzulande deutlich teurer, während das Angebot an unversteuerter, illegaler Ware weiter wächst. Damit drohen uns auch in Deutschland bald französische oder niederländische Verhältnisse, wo der legale Markt faktisch zusammengebrochen ist und der illegale Handel boomt."
Das klingt drastisch – ist aber keine neue Erkenntnis. Der Handelsverband Tabak (BTWE) weist seit Längerem auf dasselbe Muster hin: Schockartige Steuersprünge führen nicht zu weniger Konsum, sondern dazu, dass Verbraucherinnen und Verbraucher auf Schmuggelware oder im Ausland versteuerte Produkte ausweichen. Illegale Produkte unterliegen dabei keiner Alterskontrolle und keiner Qualitätsprüfung.
Gibt es eine Alternative?
Ja. Reemtsma hat einen alternativen Vorschlag vorgelegt, der auf eine differenzierte, sachgerechte Besteuerung setzt – mit stabilen und wachsenden Tabaksteuermehreinnahmen von bis zu 2,5 Milliarden Euro bis 2031, ohne den legalen Markt zu destabilisieren. Die kolportierten 8+ Milliarden aus dem BMF-Entwurf hält das Unternehmen hingegen für illusorisch, weil sie auf unrealistischen Annahmen zu Preiselastizitäten und Marktentwicklung beruhen.
Was bedeutet das für deinen Einkauf bei uns?
Die politischen Entscheidungen sind noch nicht gefallen – Koalitionsgespräche laufen weiter. Wir beobachten die Entwicklung genau und informieren dich rechtzeitig, sobald sich konkrete Preisänderungen in unserem Sortiment ergeben. Hast du Fragen? Sprich uns gerne an – wir beraten dich persönlich.
Quellen: Reemtsma Pressemitteilung vom 26.06.2026 | Handelsverband Tabak (BTWE), Schreiben an Jens Spahn MdB vom 22.06.2026 | tabakdealer.de | FAZ | n-tv
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