Die Shisha – auch Wasserpfeife genannt – gehört für viele zum geselligen Beisammensein dazu. Damit der Abend nicht mit bitterem, zu heißem Rauch oder einer ständig ausgehenden Shishakohle (auch Fahm genannt) endet, kommt es auf ein paar Handgriffe an. In diesem Ratgeber erfährst du, woraus eine Shisha besteht, wie sie richtig geraucht wird, welche Fehler du vermeiden solltest, ein paar interessante Fakten – und ob E-Shishas eine echte Alternative sind.
Woraus besteht eine Shisha?
Eine klassische Shisha besteht normalerweise aus vier Hauptteilen:
- Wassergefäß (Bowl): Meist aus Glas oder Acryl, seltener aus Holz, Keramik oder Metall. Es wird mit Wasser gefüllt und kühlt den Rauch, bevor er inhaliert wird.
- Rauchsäule: Die meist aus Edelstahl oder Aluminium gefertigte Säule verbindet Kopf, Wassergefäß und Schlauchanschluss und taucht einige Zentimeter tief ins Wasser ein.
- Kopf (Tabakkopf): Aus Keramik, Glas, Bimsstein oder Metall, mit einer Vertiefung für den Wasserpfeifentabak. Es gibt Mehrlochköpfe (Standard), Einlochköpfe (Phunnel – verhindern das Auslaufen der Melasse) und Kaminköpfe, die besonders anfängerfreundlich sind.
- Schlauch mit Mundstück: Meist aus lebensmittelechtem Silikon oder Leder, am Ende sitzt das Mundstück, an dem gezogen und geraucht wird.
Der Shisha-Tabak oder auch Wasserpfeifentabak besteht zu einem großen Teil aus Melasse und Glycerin, die den Tabak feucht halten und beim Erhitzen die typischen Aromastoffe freisetzen – daher die riesige Auswahl an Geschmacksrichtungen von Doppelapfel bis Minze.
Shisha rauchen – Anleitung Schritt für Schritt
- Wassergefäß befüllen. Fülle das Wassergefäß so weit mit Wasser, dass die Rauchsäule etwa 2–3 cm eintaucht. Zu wenig Wasser lässt den Rauch zu heiß und kratzig werden, zu viel Wasser erschwert das Ziehen am Mundstück.
- Schlauch und Mundstück anbringen. Stecke den Schlauch fest auf den dafür vorgesehenen Anschluss der Rauchsäule.
- Kopf befüllen. Zupfe den Wasserpfeifentabak locker auf und fülle ihn ohne Andrücken in den Kopf – ein locker gefüllter Kopf sorgt für ausreichend Luftzirkulation und ein größeres Rauchvolumen.
- Abdecken. Decke den Kopf mit gespannter Alufolie ab und steche mit einer Nadel gleichmäßig kleine Löcher hinein – alternativ setzt du ein Heat Management Device (HMD) auf, das ganz ohne Windschutz auskommt. Lass dabei etwa 0,5–1 cm Abstand zwischen Tabak und Abdeckung, damit nichts verbrennt.
- Kohle erhitzen. Erhitze Naturkohle oder Kokosnusskohle mit einem Kohleanzünder, bis sie gleichmäßig glüht und eine feine, weiße Ascheschicht zeigt. Selbstzünderkohle solltest du meiden, da sie zusätzliche Schadstoffe enthalten kann.
- Auflegen und anrauchen. Lege die glühende Kohle auf die Abdeckung und ziehe ein paar Mal sanft am Mundstück, damit sich Kopf und Kohle aufeinander einspielen. Sobald gleichmäßig Rauch entsteht, kann entspannt geraucht werden: Beim Ziehen entsteht ein Unterdruck, der die heiße Luft über die Kohle durch den Tabak zieht, den entstehenden Rauch durchs Wassergefäß kühlt – und du inhalierst ihn über das Mundstück.
Häufige Fehler beim Shisha rauchen
- Falscher Wasserstand: Zu viel oder zu wenig Wasser im Wassergefäß beeinflusst Zugwiderstand und Rauchtemperatur spürbar.
- Tabak zu fest gepackt: Blockiert die Luftzirkulation und reduziert das Rauchvolumen – locker auflegen reicht.
- Selbstzünderkohle statt Naturkohle: Spart zwar Zeit, verschlechtert aber Geschmack und Rauchqualität.
- Kohle ohne Abstand direkt auf den Tabak legen: Führt zum schnellen Verbrennen und bitterem Geschmack.
- Geteiltes Mundstück: Wird die Shisha in der Runde ohne eigenes Mundstück herumgereicht, steigt das Risiko, Erkältungs- oder andere Krankheitserreger zu übertragen.
- Rauchen in schlecht belüfteten Räumen: Beim Verbrennen der Kohle entsteht Kohlenmonoxid. In geschlossenen, kaum belüfteten Räumen kann sich das Gas gefährlich anreichern – in der Vergangenheit kam es dadurch bereits zu Fällen von Vergiftung mit Krankenhauseinweisungen. Shisha also am besten nur an gut belüfteten Orten rauchen.
Interessante Fakten rund um die Shisha
- Alter & Ursprung: Die Wasserpfeife entstand vermutlich im 15.oder 16. Jahrhundert im Perserreich; der Name "Shisha" leitet sich vom persischen Wort für Glas ab.
- Kohlenmonoxid-Belastung: Wasserpfeifenrauch enthält je nach Quelle rund die zehnfache Menge Kohlenmonoxid im Vergleich zum Zigarettenrauchen einer einzelnen Zigarette – ein Grund, warum die ausreichende Lüftung beim Shisha rauchen so wichtig ist.
- Kein Freifahrtschein gegenüber Zigaretten: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kommt zu dem Schluss, dass regelmäßiger Zigarettenkonsum (20–30 Zigaretten täglich) insgesamt schädlicher ist als gelegentliches Shisha rauchen (1–2× wöchentlich) – pro Sitzung wird beim Inhalieren jedoch deutlich mehr Rauchvolumen eingeatmet und mehr Nikotin aufgenommen als bei einer einzelnen Zigarette.
- Riesige Geschmacksvielfalt: Weltweit gibt es Schätzungen zufolge über 15.000 verschiedene Aromastoffe und Geschmacksrichtungen für Wasserpfeifentabak.
- Tabakfreie Variante: Wer ganz ohne Tabak und Nikotin auskommen möchte, kann auf Dampfsteine zurückgreifen – ein Trägermaterial aus Zuckerrohr oder Gestein, das mit Glycerin und Aromen getränkt ist und ähnlich wie Wasserpfeifentabak erhitzt und geraucht werden kann.
Probiere neue Techniken für deine Shisha
Wenn Wassergefäß, Kopf und Kohle sitzen, kannst du mit der Grundtechnik noch lange nicht alles herausgeholt haben. Erfahrene Shisha-Raucher feilen ständig an Details – hier sind fünf Techniken, mit denen du dein Raucherlebnis gezielt verändern kannst:
1. Die Wassertemperatur verändern
Vergleiche einmal den Rauch, der durch eiskaltes Wasser strömt, mit dem aus warmem Wasser. Die meisten empfinden kaltes Wasser als sanfter am Hals, warmes Wasser filtert dafür grobe Partikel etwas effektiver aus dem Rauch heraus. Welche Variante dir besser schmeckt, ist letztlich Geschmackssache – am besten probierst du beides selbst aus.
2. Weitere Zutaten ins Wassergefäß geben
Für neue Aromen kannst du Obstsaft, Wein, gefrorene Früchte, aromatisierte Extrakte oder auch Pfefferminzbonbons ins Wasser geben. Bei Flüssigkeiten kannst du von einem kleinen Spritzer bis zum kompletten Ersatz des Wassers experimentieren – nur bei Extrakten reichen meist schon wenige Tropfen.
Ein paar Dinge solltest du dabei beachten:
- Milch und kohlensäurehaltige Getränke neigen zum Schäumen und können in den Schlauch gelangen, wo sie einen hartnäckigen, unangenehmen Geruch hinterlassen. Lass kohlensäurehaltige Getränke vorher ausperlen und dosiere Milch, falls überhaupt, nur als kleinen Spritzer.
- Trinke die Flüssigkeit aus dem Wassergefäß niemals – sie filtert eine ganze Reihe schädlicher Stoffe aus dem Rauch heraus.
- Reinige deine Shisha nach jedem Gebrauch gründlich und verwende dafür ausschließlich klares Wasser.
3. Verschiedene Shisha-Tabaksorten ausprobieren
Shisha-Tabak gibt es in unzähligen Aromen, und welche Sorte dir am besten gefällt, ist reine Geschmackssache. An der Konsistenz erkennst du grob, wie sich das Material beim Rauchen in der Wasserpfeife verhält:
- Pflanzliche Melasse enthält keinen Tabak und damit auch kein Nikotin – ein guter Einstieg für Anfänger, da sie sich nur schwer verbrennen lässt. Sie hält allerdings nicht so lange durch, weshalb du hier mit weniger Kohle oder etwas mehr Abstand von der Mitte arbeiten solltest.
- Klassischer, "geschnittener" Tabak ist der gängigste Grundtyp und wird wie oben beschrieben geraucht.
- Klebriger, "pürierter" Tabak braucht anfangs oft etwas mehr Kohle oder eine längere Aufwärmzeit, erzeugt einmal erhitzt aber einen schön dichten Rauch.
- Blättriger Tabak hat meist einen kräftigeren, puren Tabakgeschmack. Sorten wie Tangiers oder Nakhla sind ausgesuchte Spezialprodukte – hier lohnt sich der Austausch mit erfahrenen Shisha-Fans oder eine gezielte Recherche vorab.
4. Die Kohlesorte wechseln
Zum Einstieg greifen die meisten zu praktischer, schnell entzündlicher Kohle. Sobald du mehr Erfahrung gesammelt hast, lohnt sich ein Blick auf natürliche Kohlesorten aus Zitronenholz, Kokosfasern, Bambus oder ähnlichen Materialien – jede davon bringt ihr eigenes, feines Aroma mit.
5. Unterschiedliches Zubehör ausprobieren
Erfahrene Shisha-Raucher suchen ständig nach der für sie passenden Kombination aus Ausrüstung, Tabak und Technik. Eine allgemeingültige, richtige Antwort gibt es dabei nicht – tausch dich am besten mit anderen Shisha-Enthusiasten aus, in deinem Umfeld oder online. Sie können dir je nach gewünschter Raucherfahrung passende Köpfe, Schalen oder ganze Shishas empfehlen.
E-Shisha: Eine Alternative zur klassischen Wasserpfeife?
Wer auf Kohle, Alufolie und das Erhitzen verzichten möchte, findet in E-Shishas eine elektronische Alternative. Statt Tabak wird hier ein Liquid per Akku erhitzt und verdampft – es entsteht kein klassischer Verbrennungsrauch und damit auch kein Kohlenmonoxid durch glühende Kohle. Die meisten E-Shishas sind entweder als Einweggerät oder als wiederbefüllbares Modell erhältlich und lassen sich ohne Vorbereitung sofort nutzen, was sie vor allem unterwegs praktisch macht.
Wer die klassische Runde mit Wasserpfeife, Wassergefäß und Naturkohle schätzt, aber unterwegs eine unkomplizierte Alternative sucht, findet im Zedaco Online-Shop eine große Auswahl an E-Shishas.
Fazit
Shisha rauchen ist mit ein wenig Übung schnell gelernt: der richtige Wasserstand, locker gefüllter Tabak, Naturkohle mit Abstand zum Kopf und ein gut belüfteter Raum sind die wichtigsten Stellschrauben für ein rundes Raucherlebnis. Wer die klassische Runde gegen eine unkomplizierte Alternative eintauschen möchte, ist mit einer E-Shisha gut beraten – wer lieber tabakfrei bleibt, greift zu Dampfsteinen. In unserem Online-Shop findest du alles rund um Wasserpfeifen, passenden Shisha-Tabak und Shisha-Zubehör für den nächsten gemütlichen Abend.
Wikipedia: Shisha
Wikipedia: Elektrische Zigarette
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